Die "Freie KunstWerkstatt" befindet sich in den gemütlichen Räumlichkeiten der ehemaligen Weinstube im Wiggishagweg 1 (Bushaltestelle Adler) in Glottertal.
"Freie KunstWerkstatt" - Kurse für Kinder
Das selbständige Tun der Kinder ist eine der Grundlagen für ihre ganzheitliche Entwicklung (Montessori-Pädagogik). Diesen Gedanken nimmt das künstlerische Konzept der "Freien KunstWerkstatt" auf. Den Kindern stehen vielfältige Materialien zur Verfügung, die ihre Fantasie ansprechen und helfen den kreativen Selbstausdruck zu suchen. Sie werden künstlerisch und pädagogisch begleitet ohne ihre eigenen Lösungen einzuengen. Das Angebot wird den Bedürfnissen der Kinder angepasst, dabei werden Fähigkeiten wie Umgang mit verschiedenen Materialien, Feinmotorik, Konzentration, Ausdauer, Sinn für Ästhetik und Kreativität gefördert. Die im schöpferischen Prozess gewonnenen Erkenntnisse führen zur Steigerung des Selbstwertgefühls der Kinder.
Das Begreifen kommt von Greifen d.h., Kinder erfahren ihre Welt durch das eigene Tun und sind mit der Sache solange beschäftigt, bis sie alle Abläufe verstanden haben. Sie sind imstande beispielsweise längere Zeit zu sägen oder unzählige Nägel einzuhämmern bis sie das Gefühl haben: „Jetzt weiß ich wie das geht, jetzt kann ich etwas Neues probieren“. Das was auf den ersten Blick als „ein Haufen aneinander gehämmerte Bretter“ aussieht, ist keineswegs zufällig, sondern das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung zwischen dem Material und den motorischen und geistigen Fähigkeiten der Kinder, denn was für Erwachsene mühelos machbar ist, muss erst erlernt sein.
Unsere Gesellschaft ist durch Leistung und Vergleich geprägt. Umso wichtiger ist es, den Kindern einen bewertungsfreien Raum zu geben, in dem sie sich frei entfalten und experimentieren können, denn die Erwartungen an das fertige Produkt und das Vergleichen der Arbeiten untereinander verhindert oft die freie Entwicklung der Kinder.
Die freie Wahl der Tätigkeit und des Materials in der „Freien KunstWerkstatt“ ermöglicht jedem Kind eine individuelle und seiner Entwicklungsstufe gerechten Förderung.
Im Laufe der Wochen sind ganz unterschiedliche Arbeiten entstanden, die mit Kreativität und Ideenreichtum überzeugen. Die Kinder werden oft vom Material inspiriert, fangen einfach an und entwickeln nach und nach die Idee.
Basteln im herkömmlichen Sinn findet durch Arbeiten mit Vorlagen statt. Material und Aufgaben werden vorgegeben und sind für alle gleich. Es ist Produktorientiert, d.h. es wird eine perfekte, der Vorgabe entsprechende Form erwartet. Die Kinder lernen, die von einem Erwachsenen stammende Idee möglichst geschickt nachzumachen, um die Anerkennung zu bekommen. Das „Gebastelte“ wird untereinander verglichen und so werden die Kinder schon sehr früh in „kreative“ und „nicht kreative“ eingestuft. Die „schönen“ Arbeiten werden gerne gezeigt, die „weniger schönen“ verschwinden unauffällig. Das Kind lernt: „Das kann ich nicht“, „ich bin nicht gut genug“.
Es gehört viel Mut dazu sich nicht hinter Schablonen zu verstecken, sondern etwas eigenes zu kreieren, denn in allem was wir tun wird unsere Persönlichkeit sichtbar und diese wird oft durch unqualifizierte Äußerungen verletzt. Man zieht sich in sein „Schneckenhaus“ zurück und versucht diese Erfahrung zu meiden. Es gibt viele Erwachsene, die aufgrund solcher Erlebnisse in der Kindheit davon überzeugt sind, nicht kreativ zu sein. Deshalb ist es besonders wichtig diesen Mut zu würdigen. Das bedeutet nicht, dass wir alles was Kinder machen toll finden müssen aber wir sollten es immer in Relation zu den geistigen und motorischen Fähigkeiten des Kindes sehen und sie nicht mit unseren Erwartungen überfordern, sondern ihre Bemühungen und ihre Sicht der Dinge anerkennen.
Die „Freie KunstWerkstatt“ bietet einen bewertungsfreien Raum. Der Mensch, ob groß oder klein, wird hier bedingungslos angenommen. Das ist die wichtigste Voraussetzung um Ängste und Hemmungen zu überwinden und die Fantasie zu entfalten. Die Kinder brauchen Fantasie, um in der Schule mitzudenken und neue Inhalte verstehen zu können und später als Erwachsene den Anforderungen des Arbeitslebens standzuhalten, denn die Fantasie verbindet die innere Welt mit der äußeren.
Die jungen Künstler präsentieren ganz stolz alle ihre Werke und das steigende Selbstbewusstsein lässt sich deutlich in den lachenden und glücklichen Gesichtern ablesen.
Nicht nur kleine Fahrzeuge werden in der Werkstatt gebaut. Hier ein Luxusauto mit einem funktionsfähigen Kofferraum.
Monatelang wurde ausschließlich an der Werkbank gearbeitet. Nachdem das Werkzeug und das Material ausführlich untersucht und ausprobiert wurden, wenden sich die Kinder neuen Techniken zu.
Alle Kurse werden von Künstlerin und Pädagogin Izabela Kiprowska-Becker geleitet.